Vielleicht musst du dich gar nicht verändern, sondern dich wieder erinnern, wer du einmal warst
- corinnadrahm
- 13. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Es gibt Momente im Leben, in denen wir uns selbst fremd werden.
Nicht, weil von heute auf morgen etwas Schlimmes passiert ist.
Sondern weil wir über viele Jahre Stück für Stück den Kontakt zu uns verloren haben.
Wir erfüllen Erwartungen.
Treffen vernünftige Entscheidungen.
Kümmern uns um andere.
Und irgendwann stellen wir fest:
Ich funktioniere. Aber ich fühle mich nicht mehr lebendig.
Wann hast du zuletzt etwas nur für dich getan?
Nicht, weil es produktiv war.
Nicht, weil es auf deiner To-do-Liste stand.
Nicht, weil jemand es von dir erwartet hat.
Sondern einfach, weil es dir Freude gemacht hat.
Viele Menschen müssen über diese Frage lange nachdenken.
Nicht, weil sie keine Antwort haben.
Sondern weil sie sich diese Frage schon lange nicht mehr gestellt haben.
Irgendwann wurde das Leben zu einer Liste
Arbeit.
Haushalt.
Termine.
Verpflichtungen.
Vielleicht Kinder.
Vielleicht Angehörige.
Vielleicht der Wunsch, allem gerecht zu werden.
Das Leben wird voller.
Und gleichzeitig wird der Raum für uns selbst immer kleiner.
Bis wir irgendwann glauben, dass das eben Erwachsensein bedeutet.
Doch ich glaube, dass wir dabei etwas Wesentliches verlieren.
Nicht unsere Leistungsfähigkeit.
Sondern unsere Lebendigkeit.
Lebendig sein fühlt sich anders an
Lebendig sein bedeutet nicht, ständig glücklich zu sein.
Es bedeutet auch nicht, dass es keine schwierigen Tage gibt.
Lebendig sein bedeutet vielmehr, sich selbst wieder wahrzunehmen.
Zu lachen, ohne darüber nachzudenken.
Berührt zu sein.
Neugierig zu bleiben.
Sich Zeit zu nehmen.
Den Wind auf der Haut zu spüren.
Ein Gespräch zu führen, das wirklich etwas in uns bewegt.
Oder einfach einmal still dazusitzen, ohne sofort zum Handy zu greifen.
Es sind oft die kleinen Momente, die uns wieder mit uns selbst verbinden.
Vielleicht hast du dich nie verloren
Vielleicht bist du noch genau derselbe Mensch.
Unter all den Erwartungen.
Unter dem Funktionieren.
Unter den Rollen, die du jeden Tag erfüllst.
Vielleicht wartet dieser Teil von dir einfach darauf, wieder gesehen zu werden.
Nicht von anderen.
Sondern von dir selbst.
Ich glaube nicht daran, dass wir perfekt werden müssen
In meiner Arbeit begegnen mir viele Menschen, die glauben, sie müssten erst “an sich arbeiten”, bevor sie zufrieden sein dürfen.
Ich sehe das anders.
Die meisten Menschen müssen nicht besser werden.
Sie dürfen lernen, freundlicher mit sich selbst umzugehen.
Sie dürfen aufhören, ständig gegen sich selbst zu kämpfen.
Und anfangen, sich zuzuhören.
Ein kleiner Impuls
Nimm dir heute fünf Minuten Zeit.
Nicht für dein Handy.
Nicht für deine Arbeit.
Nicht für andere.
Sondern nur für dich.
Und frage dich:
Was würde mir heute wirklich guttun?
Vielleicht kommt keine Antwort.
Vielleicht kommt sofort eine.
Beides ist in Ordnung.
Wichtig ist nur, dass du wieder beginnst, dir diese Frage zu stellen.
Veränderung beginnt leise
Die größten Veränderungen beginnen selten mit einem mutigen Sprung.
Sie beginnen mit einem ehrlichen Moment.
Mit einer kleinen Entscheidung.
Mit einem Gedanken wie:
“Vielleicht darf ich heute ein bisschen liebevoller mit mir sein.”
Und manchmal verändert genau dieser Gedanke mehr, als wir uns vorstellen können.
Du musst den Weg nicht alleine gehen
Wenn du das Gefühl hast, den Kontakt zu dir selbst verloren zu haben, musst du diesen Weg nicht alleine gehen.
In meiner Praxis begleite ich Menschen dabei, wieder Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Werten zu finden.
Nicht, damit sie ein anderes Leben führen.
Sondern damit sie ihr eigenes wieder bewusst erleben können.
Denn manchmal beginnt ein neues Kapitel nicht damit, jemand anderes zu werden, sondern damit, wieder bei sich selbst anzukommen.



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