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Lisa funktionierte jahrelang – bis ihr Körper die Notbremse zog

  • corinnadrahm
  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

(Die folgende Geschichte ist fiktiv. Sie fasst Erfahrungen zusammen, die viele Menschen in ähnlicher Form erleben und systemisch bearbeiten wurden.)



Nach außen schien bei Lisa alles in Ordnung zu sein.

Sie hatte einen sicheren Job, eine langjährige Beziehung und war diejenige, auf die sich alle verlassen konnten. Im Freundeskreis organisierte sie Geburtstage. Auf der Arbeit übernahm sie zusätzliche Aufgaben. In ihrer Familie war sie die Erste, die half, wenn jemand Unterstützung brauchte.


Oft hörte sie Sätze wie:

“Du schaffst das schon.”

“Auf dich ist immer Verlass.”


Und tatsächlich schaffte sie alles.

Jedenfalls glaubte das jeder.


Irgendwann wurde das Funktionieren zum Alltag

Lisa stand morgens auf, ging arbeiten, erledigte den Haushalt, beantwortete Nachrichten und kümmerte sich um andere.

Wenn sie abends erschöpft auf dem Sofa saß, sagte sie sich:

“Nur noch diese Woche.”

Doch aus einer Woche wurden Monate.

Und aus Monaten wurden Jahre.

Sie hatte längst verlernt, sich zu fragen:

“Wie geht es mir eigentlich?”


Die ersten Warnzeichen

Zunächst waren es nur Kleinigkeiten.

Sie schlief schlechter.

War schneller gereizt.

Hatte häufiger Kopfschmerzen.

Ihr Herz schlug manchmal plötzlich schneller.

Doch sie machte weiter.

“Das ist bestimmt nur Stress.”


Als der Körper begann, lauter zu werden

Mit der Zeit veränderte sich etwas.

Lisa war ständig müde.

Sie konnte sich kaum noch konzentrieren.

Kleine Entscheidungen fühlten sich plötzlich anstrengend an.

Sie sagte immer häufiger Verabredungen ab.

Nicht, weil sie keine Lust hatte.

Sondern weil ihr einfach die Kraft fehlte.


Der Moment, der alles veränderte

Eines Morgens stand sie unter der Dusche.

Plötzlich begann sie zu weinen.

Ohne konkreten Auslöser.

Sie konnte einfach nicht mehr.

Nicht laut.

Nicht dramatisch.

Sondern still.

Sie erkannte zum ersten Mal:

Ich funktioniere schon so lange, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es mir wirklich geht.


Warum unser Körper manchmal die Notbremse zieht

Unser Körper versucht lange, Belastungen auszugleichen.

Er passt sich an.

Er funktioniert.

Doch wenn wir dauerhaft über unsere Grenzen gehen, sendet er immer deutlichere Signale.

Erschöpfung.

Schlafprobleme.

Innere Unruhe.

Verspannungen.

Konzentrationsprobleme.

Das sind keine Zeichen von Schwäche.

Oft sind sie der Versuch unseres Körpers, uns darauf aufmerksam zu machen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.


Funktionieren ist nicht dasselbe wie Leben

Viele Menschen erleben genau das.

Sie erfüllen Erwartungen.

Sie kümmern sich.

Sie leisten.

Doch sie verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst.

Nicht, weil sie etwas falsch gemacht haben.

Sondern weil sie über lange Zeit gelernt haben, die Bedürfnisse anderer wichtiger zu nehmen als ihre eigenen.


Der erste Schritt war überraschend klein

Lisa kündigte weder ihren Job.

Noch veränderte sie von heute auf morgen ihr ganzes Leben.

Sie begann mit einer einzigen Frage.

Jeden Abend.


“Was brauche ich heute?”

An manchen Tagen war die Antwort:

Ruhe.

An anderen:

Ein Spaziergang.

Ein Gespräch.

Oder einfach zehn Minuten ohne Handy.

Es waren kleine Veränderungen.

Aber sie waren zum ersten Mal für sie selbst.


Veränderung beginnt selten mit einem großen Schritt

Viele Menschen warten darauf, dass irgendwann wieder alles leichter wird.

Doch häufig beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, nur zu funktionieren.

Wo wir wieder lernen, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

Nicht perfekt.

Nicht von heute auf morgen.

Sondern Schritt für Schritt.



Mein Impuls für dich

Frage dich heute einmal:

Wann hast du dich zuletzt gefragt, wie es dir wirklich geht – und dir Zeit genommen, der Antwort zuzuhören?

Vielleicht ist genau diese Frage der erste Schritt zurück zu dir selbst.


Du musst nicht erst zusammenbrechen, um dir Unterstützung zu holen

Viele Menschen suchen sich erst Hilfe, wenn sie das Gefühl haben, nicht mehr zu können.

Dabei darf Unterstützung viel früher beginnen.

In der systemischen Therapie schaffen wir gemeinsam einen Raum, in dem du wieder wahrnehmen kannst, was dich belastet, welche Muster dich antreiben und was du brauchst, um langfristig gesund und in Verbindung mit dir selbst zu leben.

Du musst nicht erst funktionieren, bis nichts mehr geht. Du darfst dir schon vorher Unterstützung erlauben.

 
 
 

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